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Was ist die Hautbarriere und wie kann ich sie stärken?

Sobald du anfängst dich mit Neurodermitis (auch als Atopische Dermatitis bezeichnet) zu beschäftigen, stolperst du ziemlich schnell über den Begriff „Hautbarriere“. Sie kann „geschwächt“ sein oder müsse „gestärkt“ werden. Falls du dich schon mal gefragt hast, was genau damit gemeint ist, bist du hier genau richtig. Wir erklären in diesem Artikel, was sich hinter dem Begriff verbirgt und warum die Hautbarriere für Menschen mit Neurodermitis eine große Rolle spielt. 

Was ist die Hautbarriere?

Die Hautbarriere, auch Lipidbarriere genannt, schützt vor externen Schadstoffen wie z. B. Bakterien, Allergenen und Reizstoffen und hilft dabei, das Wasser in der Haut zu behalten.1 Ihre Aufgaben liegen also darin, die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit zu versorgen und gleichzeitig vor äußeren Einflussfaktoren zu schützen.1,2

Eine gut durchfeuchtete, glatte Hautoberfläche deutet auf eine gesunde Hautbarriere hin. Wenn sie hingegen gestört bzw. geschädigt ist, merkst du das oft daran, dass sie leicht spannt, trocken und eher empfindlich ist. Außerdem kann es sein, dass sich deine Haut schuppt oder sich ein brennendes Gefühl bemerkbar macht.1,3 Die Ursachen für eine gestörte Hautbarriere können vielfältig sein: Umweltfaktoren wie Schadstoffe und Tabakrauch, physikalische bzw. mechanische Reize wie starke Peelings sowie genetische Faktoren können die Hautbarriere und ihre Lipidzusammensetzung beeinflussen.1,3,4 Ist die Hautbarriere gestört, können Schadstoffe leichter eindringen und so zu einer erhöhten Infektanfälligkeit führen.3

Wenn du dich jetzt fragst, ob deine Hautbarriere „für immer“ geschädigt ist – keine Sorge! Die Hautbarriere lässt sich wieder aufbauen. Wichtig ist, dass du sie ausreichend pflegst und ihr genug Zeit dafür gibst.3

Die Haut kann ihre Schutzfunktion erfüllen und der Feuchtigkeitsregulation nachkommen.

  • Die Hautzellen sind stabil verbunden.
  • Es besteht ein Schutz vor Feuchtigkeitsverlust. Fremdstoffe wie Bakterien, Allergene (allergieauslösende Stoffe) oder Reizstoffe werden daran gehindert, in den Körper einzudringen.

Die Haut reagiert empfindlich auf äußere Reize, wird trocken und juckt.

  • Die Hautzellen sind schlechter vernetzt.
  • Es kommt zu erhöhtem Feuchtigkeitsverlust.
  • Fremdstoffe wie Bakterien, Allergene oder Reizstoffe können leichter eindringen und eine Reaktion des Immunsystems auslösen.


Die Hautbarriere und Neurodermitis

Bei Menschen mit Neurodermitis ist eine gestörte Hautbarriere leider häufig Teil des Krankheitsbildes. Zusätzlich zu einem überaktiven Immunsystem und den damit verbundenen Entzündungsreaktionen führt das dazu, dass die Haut bei der atopischen Dermatitis oft sehr trocken und empfindlich ist.1

Der ständige Juckreiz wird häufig durch eine geschädigte Hautbarriere verstärkt, da Reizstoffe einfacher in die Haut eindringen können. Das kann zu neuen Entzündungen führen, die wiederum zusätzlichen Juckreiz auslösen. Wenn man dann kratzt, wird die Haut weiter geschädigt und gereizt, wodurch wieder zusätzlicher Juckreiz entstehen kann. Dieser Teufelskreis wird auch als Juck-Kratz-Kreislauf bezeichnet.1

Was du tun kannst, um deine Hautbarriere zu stärken

Hier findest du ein paar Tipps, die du im Alltag umsetzen kannst, um deine Hautbarriere (bei einer Neurodermitis-Erkrankung) zu stärken:

  1. Vermeide Allergene, z. B. Pollen oder Hausstaubmilben.
  2. Baue Ceramide in die Hautpflege mit ein – sie beruhigen deine Haut und versorgen sie mit hilfreichen Fetten.3 Auch andere rückfettende Feuchtigkeitscremes können helfen, deine Hautbarriere zu stärken.
  3. Kleidung aus Baumwolle ist für deine Haut angenehmer, denn raue und synthetische Kleidung reizen die Haut.3,4 
  4. Nutze sanfte Waschmittel. Wenn das Waschmittel zu stark ist, kann das deine Neurodermitis irritieren.3

Auch wenn eine geschädigte Hautbarriere und dessen Folgen sehr belastend sein können, denk daran, dass das kein Dauerzustand sein muss! Hol dir bei fehlender Verbesserung oder anhaltenden Problemen Unterstützung von einem Dermatologen oder einer Dermatologin. Weitere Informationen rund um Neurodermitis findest du hier.


Referenzen:

  1. https://www.abbvie-care.de/erkrankung/neurodermitis/krankheitsbild/ (zuletzt abgerufen am 24.04.2026) 
  2. Kristiane Aasen Engebretsen; Jacob Pontoppidan Thyssen; Kompass Dermatol (2017) 5 (1): 7–13. (zuletzt abgerufen am 24.04.2026) 
  3. Stevens, Seth & Cooper, Kevin & Kang, Kefei. (2010). IV ECZEMATOUS DISORDERS, ATOPIC DERMATITIS, AND ICHTHYOSES. DeckerMed Family Medicine. 10.2310/FM.1018. (zuletzt abgerufen am 24.04.2026)
  4. https://www.abbvie-care.de/content/uploads/2025/01/abbvie-care-neurodermitis-de-imm-240329.pdf (zuletzt abgerufen am 24.04.2026)  
  5. Lodén M. Role of topical emollients and moisturizers in the treatment of dry skin barrier disorders. American journal of clinical dermatology. 2003;4(11):771-788. doi:10.2165/00128071-200304110-00005 
    (zuletzt abgerufen am 24.04.2026)

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